LAGH-Dienst Nr. 4

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute wollen wir Sie mit dem LAGH-Dienst Nr. 4 wieder auf einige wichtige Themen aufmerksam machen. In lockerer Abfolge wird die LAGH Selbsthilfe Sie über Aktuelles aus Bund und Land zu relevanten Themen  informieren.

Für Inhalte sind die einzelnen Organisationen selbst verantwortlich.

Gerne nehmen wir auch Ihre Termine und Seminare mit in den Dienst auf. Nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit der Geschäftsstelle auf.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre LAGH- Selbsthilfe e.V.

Ministerium: Präventionsgesetz soll sich an Lebenswelten ausrichten

Donnerstag, 27. März 2014

Köln – Das Bundesgesundheitsministerium will im Frühsommer Eckpunkte für ein Präven­tionsgesetz vorlegen. Das hat die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Ingrid Fischbach, gestern in Düsseldorf angekündigt. Das Ministerium wolle zunächst die Ergebnisse der zweiten Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) abwarten, die im Mai vorgelegt werden sollen, erklärte Fischbach bei einem Symposium der Ärztekammer Nordrhein zum Thema „Von Anfang an – gemeinsam für Prävention und Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen“.

Mit der KiGGS-Studie erhebt das Robert Koch-Institut bundesweit repräsentative Daten zur Gesundheit der unter 18-Jährigen. Die Kinder und Jugendlichen der ersten KiGGS-Studie, die von 2003 bis 2006 gelaufen ist, werden bis ins Erwachsenenalter begleitet. Fischbach erklärte, die Erkenntnisse aus der ersten Studie hätten der Bundesregierung als Basis für ihre Präventionsstrategie gedient. Die Ergebnisse der Folgestudie wolle man jetzt auch zur Evaluation bisher getroffener Maßnahmen nutzen.

Das geplante Präventionsgesetz solle sich an den Lebenswelten der Betroffenen ausrichten, betonte Fischbach. Mit Blick auf Kinder und Jugendliche seien das unter anderem Kindertagesstätten und Schulen. Auch Kinder- und Jugendärzte sollten ihre Vorstellungen im Gesetzgebungsverfahren einbringen können, erklärte die Staats­sekretärin. „Prävention ist nichts, was das Gesundheitsministerium allein realisieren kann.“ Dazu benötige man einen ganzheitlichen Ansatz, der neben den medizinischen Aspekten auch gesellschaftliche Chancengleichheit und ein konstantes Gesundheitsmonitoring beinhalte.

aerzteblatt.de

Der KiGGS-Studie zufolge treten schwere Infektionskrankheiten als Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen nehmen chronische Erkrankungen wie Allergien oder psychische Auffälligkeiten zu. Besonderen Gesundheits­risiken seien Kinder aus sozial benachteiligten Familien ausgesetzt, erklärte Fischbach. Viele Störungen hätten ihre Ursache zudem in einer unzureichenden Förderung im frühen Lebensalter. „Deshalb bin ich froh, dass wir heute auch über Frühförderung sprechen“, sagte die Staatssekretärin. Das solle auch Teil des Präventionsgesetzes werden.

In der vergangenen Legislaturperiode war die Bundesregierung aus Union und FDP mit ihrem Vorhaben für ein Präventionsgesetz gescheitert. Die schwarz-rote Bundes­regierung hat sich jetzt im Koalitionsvertrag erneut zum Ausbau von Gesundheitsförderung und Prävention bekannt. © HK/aerzteblatt.de

Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss

Presseerklärung zur Sitzung des Gemeinsamen Bundesausschusses am 17. April 2014.
Patientenvertretung im G-BA befürchtet Verschlechterung der
Versorgung in den Bereichen Psychotherapie und Kinderheilkunde

Berlin, 17. April 2014. Die Patientenvertretung kritisiert den heute gefassten Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Anrechnung von ermächtigten Ärzten und Einrichtungen in der ärztlichen Bedarfsplanung als nicht sachgerecht und befürchtet eine Verschlechterung in der Versorgung.

„Hier wird schleichend die ambulante Versorgung verschlechtert und es werden Äpfel mit Birnen verglichen“ kritisiert Ursula Helms den Beschluss. „Der G-BA hatte erst Ende 2012 beschlossen, die psychotherapeutische Versorgung zu verbessern, indem die Verhältniszahl für die Psychotherapeuten abgesenkt wird. Jetzt wird ein Teil dieser Verbesserung wieder zurückgenommen, indem für schwer kranke Patientinnen und Patienten notwendige ambulante Angebote von Krankenhäusern pauschal auf Vertragsarztsitze angerechnet werden.“

Bei der Anrechnung von ermächtigten Einrichtungen soll zukünftig für jede Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) pauschal ein Psychotherapeut mit 0,5 auf den Versorgungsgrad in der ambulanten Versorgung angerechnet werden. Doch sollen Psychiatrische Institutsambulanzen vor allem schwer psychisch kranke Menschen versorgen, die im niedergelassenen Bereich keine Möglichkeit der Versorgung finden. In den PIAs arbeiten Fachärzte für Nervenheilkunde, Psychiatrie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychotherapeutische Medizin, Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie. Eine Mitarbeit von psychologischen Psychotherapeuten ist nur kooperativ vorgesehen. Gleichwohl soll nun eine Anrechnung ausschließlich auf den Versorgungsgrad der Psychotherapeuten (psychologisch und ärztlich) erfolgen.

Zwar kann auch auf den Versorgungsgrad anderer Fachärzte angerechnet werden, falls Informationen zum Facharztspektrum und zur Facharzttätigkeit über die PIA vorliegen. Doch eine Verpflichtung zur Offenlegung dieser Informationen gibt es nicht. Es werden somit voraussichtlich für ca. 680 psychiatrische Ambulanzen, davon ein Viertel für Kinder- und Jugendliche, rund 340 Vertragsarztsitze für Psychotherapeuten pauschal angerechnet. Es entfällt ein Viertel der gerade Ende 2012 mit der neuen Bedarfsplanungsrichtlinie neu geschaffenen Vertrags(arzt)sitze für Psychotherapeuten.

Bei den Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) wird zukünftig pauschal für jedes SPZ ein Kinderarzt mit 0,5 auf den Versorgungsgrad im Bereich der niedergelassenen Pädiater angerechnet. Auch die Sozialpädiatrischen Zentren übernehmen Versorgungsaufgaben, die im Bereich der niedergelassenen Ärzte nicht abgedeckt werden und sie sind als ein zusätzliches Versorgungsangebot für schwerst behinderte Kinder eingerichtet worden. Die Versorgung in diesen Einrichtungen wird durch ein interdisziplinäres Team von Fachkräften wie klinischen Psychologen, Heilpädagogen und beispielsweise Ergotherapeuten unter Leitung eines Kinderarztes erbracht.

Die Patientenvertretung spricht sich gegen eine pauschale Anrechnung auf Arztgruppen wie Kinderärzte und Psychotherapeuten aus. Sie fordert Aufklärung über die tatsächliche Versorgung durch die Ambulanzen. „Eine Anrechnung auf den ambulanten Versorgungssektor kann nur dann sachgerecht erfolgen, wenn tatsächlich ambulant erbrachte und vom Krankenhaus nachgewiesene vertragsärztliche Leistungen der Ambulanzen vorliegen“ stellt
Ursula Helms fest. „Erst dann werden Äpfel mit Äpfeln verglichen!“

Auch weitere Punkte des heutigen Beschlusses zur Bedarfsplanung hält die Patientenvertretung nicht für geeignet, um den bisherigen Stand der ärztlichen Versorgung zu erhalten. Die ermächtigten Ärzte wurden bisher in der Bedarfsplanung nur auf den Versorgungsgrad angerechnet, wenn diese mindestens im Rahmen eines halben Versorgungsauftrags tätig geworden sind. Jetzt werden auch geringere Tätigkeiten angerechnet, ohne dass aber die Verhältniszahl angepasst wird. „Im Ergebnis wird dadurch der rechnerische Bedarf an Ärzten abgesenkt. Dies ist aus Sicht der Patientenvertretung nicht sinnvoll, ohne den konkreten Bedarf tatsächlich geprüft zu haben“, erklärt Helms.

Ansprechpartnerin: Ursula Helms, stv. Sprecherin der Patientenvertretung im Unterausschuss Bedarfsplanung, DAG SHG, Tel.: 030-31018980 –85, E-Mail: selbsthilfe@nakos.de

Ständiger Ausschuss der Landesarbeitsgemeinschaften Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen  tagte in Marburg

Zu seiner Frühjahrstagung trafen sich die Landesarbeitsgemeinschaften Selbsthilfe (LAGen) chronisch kranker und behinderter Menschen, die die Ländervertretungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG SELBSTHILFE) sind, am letzte Woche 2Tage in Marburg. Die Tagung wurde von der LAGH SELBSTHILFE e.V. ausgerichtet.

Zu Beginn der Tagung richtete Landrätin Kirsten Fründt das Grußwort des Landkreises an die LAGen. Sie betonte die Wichtigkeit der Selbsthilfe im gesellschaftlichen Kontext und deren regionale Bedeutung. „Im Kreis Marburg-Biedenkopf ist im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention schon einiges erreicht worden, vor allem auch durch die Unterstützung der Selbsthilfegruppen und-vereine in der Region. Es ist wichtig, dass wir bei allen Vorhaben die Belange chronisch kranker und behinderter Menschen im Blick haben. Noch haben wir nicht alles erreicht, es gibt noch genug zu tun“ betonte die Landrätin.

„Dies sehen wir, die LAGH SELBSTHILFE, ebenso. Gerade im ländlichen Raum muss darauf geachtet werden, dass Menschen mit chronischer Krankheit und Behinderung Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitswesen haben. Wir sehen gerade im Bereich Arbeit auch die Landkreise und Kommunen aufgefordert, hier auf Arbeitgeber einzuzwirken, neue Arbeitsplätze zu schaffen, oder vorhandene umzugestalten, damit Menschen mit chronischer Krankheit und Behinderung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis kommen, oder es fortzusetzen“ führte die Vorsitzende der LAGH SELBSTHILFE Ursula Häuser aus. Hier könne auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf z.B. im Rahmen der Wirtschaftsförderung unterstützen,d tätig sein.

Schwerpunktthemen der Tagung waren die anstehende Reform der Eingliederungshilfe und die Umsetzung der Inklusion auf der Basis der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die LAGen schlossen sich der einstimmig den Forderungen der BAG SELBSTHILFE an und unterstützen die Forderungen.

Zum umfassenden Themenbereich im Rahmen der Inklusion wurde von den LAGen ein Grundsatzpapier erarbeitet, welches abschließend in der Herbsttagung verabschiedet werden soll.

Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss

Presseerklärung zur Sitzung des Gemeinsamen Bundesausschusses am 17. April 2014

Ärzte verweigern notwendige Kassenleistung – Privatabrechnung für  Knochendichtemessung

Jahrelang hatte die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss dafür gekämpft, dass die Knochendichtemessung zur Erkennung einer Osteoporose eine Kassenleistung auch bei Risikopatienten wird. Erfolgreich: Nach dem Beschluss im April 2013 können seit 1. Januar 2014 Ärzte endlich die Knochendichtemessung mit den gesetzlichen Krankenkassen problemlos abrechnen. Doch nach wie vor wird dieser Beschluss nicht oder unzureichend umgesetzt: Betroffene Frauen und Männer erhalten die Messung häufig nur auf eigene Kosten.

Trotzdem wird von erheblichen Problemen bei der Abrechnung Knochendichtemessung berichtet. So weigern sich Ärzte immer wieder, die Leistung für das vereinbarte Entgelt zu erbringen. In einigen Fällen wurden die Patienten wohl falsch von den Ärzten informiert: So wird ihnen mitgeteilt, dass diese Leistung nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sei und daher von den Patienten selbst getragen werden müsse. Teilweise werden auch die Genehmigungen für die Messgeräte – als Qualitätsvoraussetzung zur Abrechnung – zurückgegeben, um dann die Leistung privatärztlich abzurechnen. Sogar einige Krankenkassen informieren falsch.

Aus Sicht der Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss widerspricht ein solches Vorgehen den Regelungen der Bundesmantelverträge: Danach verstoßen Vertragsärzte gegen ihre Pflichten, wenn Sie Versicherte zur Inanspruchnahme einer privatärztlichen Leistung beeinflussen, obwohl ihnen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zustehen.

Ferner müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen sicherstellen, dass eine bestimmte Leistung in Ihrem Bezirk den Patienten flächendeckend angeboten wird.

Vor diesem Hintergrund haben verschiedene Patienten- und Selbsthilfe-organisationen die Landesgesundheitsministerien angeschrieben, um nun endlich eine Umsetzung der Regelungen zu erreichen. “Es kann nicht sein, dass Patienten ihnen zustehende Leistungen selbst bezahlen oder lange Wege hierfür in Kauf nehmen müssen“ so Martin Danner, Sprecher der Patientenvertretung. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten nun endlich die Umsetzung der Regelung sicherstellen und damit ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen.

Ansprechpartner:Dr. Siiri Doka, stv. Sprecherin im Unterausschuss Methodenbewertung, BAG SELBSTHILFE, Tel. 030/31006-56; E-Mail: siiri.doka@bag-selbsthilfe.de

Presseerklärung

Meldestellen der BAG SELBSTHILFE ziehen alarmierende Bilanz: Gewalt in der Pflege ist unverändert hoch.

Reform der Pflege dringend erforderlich!

BAG SELBSTHILFE fordert eine umfassende Pflegereform, denn die Ursachen von Gewalt in der Pflege müssen bekämpft werden.

Düsseldorf, 11.04.2014. Knapp eineinhalb Jahre nach Eröffnung ihrer Meldestellen bei Gewalt in der Pflege in Magdeburg und Erfurt zieht die BAG SELBSTHILFE eine alarmierende Bilanz. Die Angebote der Meldestellen werden stark frequentiert, denn die Lebenssituation von vielen Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ist nach wie vor häufig von Gewalt bestimmt. Die Ursachen dafür sind Hilflosigkeit und Überforderung, aber auch Unzulänglichkeiten aus stationären und ambulanten Einrichtungen werden gemeldet. Finanzielle Mittel fehlen, die eine selbstbestimmte und qualitativ hochwertige Pflege möglich machen.

„Wir sehen dringenden Handlungsbedarf seitens der Bundesregierung, den Pflegebedürftigkeitsbegriff jetzt dahingehend neu zu definieren, dass der Hilfebedarf eines Menschen ganzheitlich beurteilt wird, also auch seelische, geistige und körperliche Einschränkungen. Denn in Fachgremien ist man sich einig, dass die Pflegebedürftigkeit nicht sachgerichtet bestimmt wird, indem man mit der Stoppuhr misst, wie lange jemand zur Ausübung seiner täglichen Verrichtungen braucht. Daher ist der sogenannte verrichtungsbezogene Pflegebedürftigkeits-begriff aufzugeben und durch ein modernes Verständnis von Pflegebedürftigkeit zu ersetzen. Darüber hinaus ist eine umfassende Reform der Pflegeversicherung umgehend umzusetzen.“, fordert Dr. Martin Danner, Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE.

Die Situation der Pflege in Deutschland ist seit Jahren bedenklich und wird von der BAG SELBSTHILFE angemahnt. „Die Anhebung der Pflegesätze sowie Leistungsverbesserungen sind dringend notwendig. Es müssen aber auch die Ursachen für Gewalt in der Pflege umfassend bekämpft werden.“, erklärt der Bundesgeschäftsführer der BAG SELBSTHILFE. „Stress und überlastetes Personal schaffen den Boden für Gewalt. Deshalb fordern wir den Einsatz von geschultem Personal, das Erfahrungen im Erkennen von potentiellen Konfliktherden aufweist, die zu Gewalt führen können. Darüber hinaus sind nachweisliche Kompetenzen für Pflegekräfte im Bereich der Deeskalation unverzichtbar.“

Mit § 45d SGB XI existiert eine Vorschrift zur Förderung der Selbsthilfe. „Diese Norm ist mit Leben zu füllen, um Selbsthilfezusammenschlüsse im Bereich der Pflege zu unterstützen. Denn wenn sich Menschen zusammenschließen, können sie sich gegenseitig unterstützen.“, so Dr. Martin Danner.

Überwiegend pflegende Angehörige, aber auch Pflegebedürftige selbst suchen unabhängige Beratung und Hilfe in den Meldestellen bei Gewalt in der Pflege der BAG SELBSTHILFE. Sie bestätigen, dass die Lebenssituation von Pflegebedürftigen in Deutschland auch heute noch häufig von Ruhigstellung durch Medikamente in den Heimen, unprofessioneller und durch Überforderung gezeichneter Pflege sowie mangelnder Zuwendung geprägt ist. Dieser menschenunwürdige Zustand bleibt erschreckend. Auch fehlen Modelle zur Unterstützung der pflegenden Angehörigen sowie dem professionellen Pflegepersonal.

Die Meldestellen der BAG SELBSTHILFE wurden Ende des Jahres 2012 zunächst in Magdeburg und Erfurt eingerichtet. Sie bieten Opfern von Gewalt in der Pflege – ganz gleich ob Patient oder Pflegender – vielseitige Hilfe und Unterstützung an. So werden z. B. Präventions- und Krisengespräche geführt und konkrete Hilfestellungen bei vorhandenen Konflikten gegeben. Im Gespräch mit speziell geschulten Ansprechpartnern werden den Betroffenen Lösungsansätze bei problematischen Situationen geboten sowie präventive und auch langfristige Deeskalationskonzepte zur Verfügung gestellt. Diese sollen bei körperlichen Angriffen von Patientinnen und Patienten oder bei durch Überforderung entstandener Eigenaggression der Pflegenden wirksam eingesetzt werden.

Die Meldestellen vermitteln darüber hinaus Zugang zum bestehenden Selbsthilfe-Netzwerk des Dachverbandes, das für die Betroffenen weitere Hilfsangebote bereitstellt. Die Adressen der jeweiligen Meldestellen sowie die Öffnungszeiten stehen unter www.gewaltinderpflege.de zur Verfügung.

Die BAG SELBSTHILFE mit Sitz in Düsseldorf ist die Dachorganisation von 115 bundesweiten Selbsthilfeverbänden behinderter und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen. Darüber hinaus vereint sie 13 Landesarbeitsgemeinschaften und 5 außerordentliche Mitgliedsverbände.

Der BAG SELBSTHILFE sind somit mehr als 1 Million körperlich-, geistig-, sinnesbehinderte und chronisch kranke Menschen angeschlossen, die sowohl auf Bundes- und Landesebene tätig sind als auch auf lokaler Ebene in Selbsthilfegruppen und Vereinen vor Ort.

Selbstbestimmung, Selbstvertretung, Integration, Rehabilitation und Teilhabe behinderter und chronisch kranker Menschen sind die Grundsätze, nach denen die BAG SELBSTHILFE für die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung behinderter und chronisch kranker Menschen in zahlreichen politischen Gremien eintritt.

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Burga Torges
Referatsleitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BAG SELBSTHILFE

Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e.V.

Kirchfeldstraße 149
40215 Düsseldorf
Fon: 0211 3100625
Fax: 0211 3100634

burga.torges@bag-selbsthilfe.de www.bag-selbsthilfe.de

LWV fordert Entlastung durch den Bund

Veröffentlicht am Freitag, 28. März 2014 von Ottmar Miles-Paul

LWV Hessen
© LWV

Kassel (kobinet) In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordert die Verbandsversammlung des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen den Bund auf, die Kommunen im Bereich der Eingliederungshilfe zeitnah und umfassend zu entlasten. Die Resolution richtet sich an die Frak­tionen im Bundestag und die Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie Finanzen.

Die Hessische Landesregierung und der Landtag werden in der Resolution aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass die Finanzierung der Eingliederungshilfe neu geregelt wird. Die Gesamtkosten der Eingliederungshilfe in Deutschland betrugen im Jahr 2012 rund 13,73 Milliarden Euro und werden überwiegend von den Kommunen getragen, heißt es in einer Presseinformation des LWV Hessen. Der Koalitionsvertrag der großen Koalition sehe vor, dass der Bund zeitnah die Kosten für die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich übernimmt. Dies soll durch ein Bundesteilhabe-Gesetz gewährleistet werden.

Nach einem jüngeren Koalitionsbeschluss soll diese Summe erst ab 2018 fließen, bis dahin werden die Städte und Gemeinden jährlich nur mit einer Milliarde Euro entlastet. Dagegen wenden sich die Fraktionen der LWV-Verbandsversammlung. Sie fordern unter anderem, die Kommunen bereits ab 2014 zu entlasten und zwar, indem der Bund die Kosten der Eingliederungshilfe übernimmt, statt – wie geplant – den kommunalen Umsatzsteueranteil zu erhöhen.

Zudem fordert die Verbandsversammlung den Bund auf, unverzüglich die Voraussetzungen für ein Bundesteilhabegesetz zu schaffen. „Wir haben uns zu dieser Resolution entschlossen, weil wir in unserem Alltag anschaulich erleben, wie dringend die Kommunen diese Entlastung benötigen, die ihnen im Koalitionsvertrag in Aussicht gestellt wurde“, erklärte LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann. „Die Unterstützung der behinderten Menschen in Hessen wird überwiegend von den hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten finanziert. So zahlen sie in diesem Jahr als Träger des LWV über die Verbandsumlage rund 1,129 Milliarden Euro an den LWV.“

Im Hinblick auf die vorgesehene Entlastung durch die Erhöhung des kommunalen Umsatzsteueranteils durch den Bund, fordert der LWV in seiner Resolution den Bund auf, im Rahmen der Umsetzung dieses Anliegens zu prüfen, ob die Erhöhung des Umsatzsteueranteils tatsächlich zu einer Entlastung der Träger der Eingliederungshilfe führt. Zielführender wäre es aus Sicht des LWV Hessen, wenn die Träger entlastet würden, die auch die Kosten der Eingliederungshilfe tatsächlich tragen.

Link zur Resolution des LWV Hessen

Leitfaden für Arbeitgeber: Inklusion unternehmen

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat einen Leitfaden mit dem Titel „INKLUSION UNTERNEHMEN – Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung“ veröffentlicht.

Der neue Leitfaden soll mit speziell für Arbeitgeber aufbereiteten praktischen Tipps und Hinweisen dazu dienen, Unternehmen gezielt zu informieren und zu unterstützen, damit sie die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung erfolgreich gestalten können. Die aufgeführten Praxisbeispiele reichen von Initiativen im Bereich Berufsorientierung über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten bis hin zur Neueinstellung oder Weiterbeschäftigung von Menschen mit Behinderung.

Der Leitfaden kann kostenlos von www.arbeitgeber.de heruntergeladen werden (im Bereich Publikationen / Broschüren / Beschäftigung).

Barrierefreie Arbeitsplätze gesucht!

Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und gemeinsam mit Vertretern aus Unternehmen, Verbänden, Schwerbehindertenvertretungen, Netzwerken und weiteren Akteuren der Beschäftigung behinderter Menschen sucht das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) Unternehmen und Betriebe in Deutschland, in denen Barrierefreiheit eine Rolle spielt.

Dabei geht es nicht um perfekte Lösungen. Es sollen Ansätze aus der Praxis gesammelt werden, die sich verallgemeinern lassen und von denen andere Unternehmen lernen können.

Wenn Sie Ihren Betrieb vorstellen wollen, finden Sie alle Hinweise zum Projekt „Barrierefrei arbeiten“ unter www.barrierefreiheit.de.

Neuer Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) für gehörlose Menschen

Seit Anfang März 2014 haben Gehörlose die Möglichkeit, über einen Gebärdendolmetscherdienst mit den Service-Centern der BA direkt zu sprechen. Die Betroffenen laden sich ein Tool aus dem Internet auf ihren Computer. Mit Hilfe des Tools werden sie dann über ein Videotelefonat optisch oder schriftsprachlich mit einem Gebärdendolmetscher verbunden. Dieser telefoniert gleichzeitig mit dem Service-Center der BA und gibt so das Anliegen direkt an einen Service-Center-Mitarbeiter weiter. Das Angebot ist für Gehörlose kostenfrei.

Nähere Informationen finden Sie hier: http://www.arbeitsagentur.de/web/content/DE/service/BesondereDienste/index.htm.

Kostenloser Notruf für Gehörlose

Ab sofort können gehörlose und schwerhörige Menschen kostenlos und bundesweit Notrufe an die Feuerwehr oder den polizeilichen Notruf absetzen.
Die Notrufe können per Smartphone, Tablet, SIP-Telefon oder PC mit Internet-Verbindung abgesetzt werden. Nötig ist lediglich eine Registrierung beim Dienstleister. Die Registrierung ist notwendig, um anhand der Adressdaten die zuständige Notfallstelle zu ermitteln und um Rückrufe zu ermöglichen. Die Kontaktaufnahme kann per Gebärdendolmetscher oder Schriftdolmetscher erfolgen.
Aktuell ist der Service von Montag bis Sonntag zwischen 08.00 und 23.00 Uhr erreichbar. Anbieter des Notruf-Service ist die Tess Sign & Script – Relay-Dienste für hörgeschädigte Menschen GmbH.
Weitere Informationen zum Service finden Sie unter Tess Relay Dienst.

Termine und Veranstaltungen

Fachgespräche zum Thema Inklusion der
Friedrich-Ebert-Stiftung  in Frankfurt

Am 12. Mai, 5. Juni und 9. Juli 2014 im Haus am Dom in Frankfurt

„Wohlgemeinte Absichten“ sind das eine, aber wie lässt sich Inklusion praktisch umsetzen? Was und wen braucht es dafür? Dieser Frage gehen wir in unserer dreiteiligen Fachgesprächsreihe zum Thema „Inklusion von Menschen mit Behinderung“ ab dem 12. Mai in Frankfurt nach.

Alle weiteren und inhaltlichen Details entnehmen Sie bitte der Einladung unter http://www.fes.de/oas/portal/pls/portal/filefunctions.download/PLAKON/VERANSTALTUNG/181397/F-1851844874/FES%20Einladung%20Inklusion.pdf

Bitte melden Sie sich zu jeder der einzelnen Veranstaltungen separat über den jeweiligen Anmeldelink in der Einladung an.

Die Veranstaltungen sind öffentlich und kostenfrei.

Hessentag in Bensheim

Vom 6. bis zum 15. Juni findet in Bensheim der Hessentag 2014 statt. Wie in den vergangen Jahren ist auch die Stabsstelle UN-BRK wieder mit einem Stand im Zelt der Bundeswehr vertreten. Dort findet im Rahmen des Programms „Come together“ ein buntes Programm aus Musik- und Tanzgruppen statt, das Menschen mit und ohne Behinderungen sowohl auf der Bühne als auch im Publikum zusammenbringt.
Der Aktionstag „Come together“ findet am Dienstag den 10. Juni 2014 statt. Im Polizeibistro wird der Aktionstag um 12 Uhr eröffnet. Um 14 Uhr findet eine Podiumsdiskussion der LAGH Selbsthilfe mit den Sozialpolitischen Sprechern der Fraktionen im Hessischen Landtag statt. Wir freuen uns auf Sie!

Klettergruppe für Menschen mit Handicap

Wir möchten heute alle Sportinteressierten auf ein neues Angebot hinweisen, dass eine weitere sportliche Herausforderung sein kann.

nolimits

Ministerium:Prävention soll sich an Lebenswelten rihten
Patientenvertretungen
LWV fordert Entlastung durch den Bund
Pressemitteilung
Ausschuss der Landesarbeitsgemeinschaften

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Die Patientenvertretung im G-BA besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der vier maßgeblichen Patientenorganisationen entsprechend der Patientenbeteiligungsverordnung:

  • Deutscher Behindertenrat,
  • Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen und -initiativen,
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.
  • Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Die Patientenvertretung im G-BA kann mitberaten und Anträge stellen, hat aber kein Stimmrecht.