Pressemitteilung: Zielvereinbarung zum barrierefreien, lebenslangen Lernen unterzeichnet.

„Es geht darum, eine breite gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen“

Inklusive Volkshochschule im Landkreis Gießen: Zielvereinbarung zum barrierefreien, lebenslangen Lernen im vhs-Haus Lich unterzeichnet

Landkreis Gießen/Lich. Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen in Hessen (LAGH) und die Volkshochschule des Landkreises Gießen haben eine Vereinbarung mit bundesweitem Modellcharakter getroffen. Menschen mit unterschiedlichen Teilnahmeerschwernissen sollen künftig einen noch leichteren Zugang zu Bildungsangeboten der Volkshochschule erhalten.

„Es geht darum, Verschiedenheit anzuerkennen, Potenziale und Stärken zu fördern und eine breite gesellschaftliche Teilhabe in der Bildung zu ermöglichen“, fasst Landrätin Anita Schneider die übergeordneten Ziele zusammen. LAGH-Vorsitzende Ursula Häuser wertet die vergleichsweise kurze und konstruktive Entwicklungszeit als ermutigendes Zeichen.

„Inklusion stellt für die Kreisvolkshochschule eine Entwicklungs- und Querschnittsaufgabe dar, die als Organisations- und Personalentwicklungsprozess verstanden und angenommen wird“, erläutert Dr. Marieanne Ebsen-Lenz, Leiterin der vhs Landkreis Gießen. „Eine Vernetzung mit dem Hessischen Volkshochschulverband (hvv) ist essentiell, wenn strukturelle, langfristige Veränderungen erfolgreich auf den Weg gebracht werden sollen.“

Dr. Christoph Köck, hvv Verbandsdirektor aus Frankfurt, begrüßt den von der LAGH Selbsthilfe unterstützten Pilotprozess: „Die bildungspolitische Relevanz wurde auf der Herbstkonferenz der hessischen Volkshochschulen in Burg Fürsteneck durch die eindeutige Positionierung weiterer hessischer Volkshochschulen mehr als deutlich.“ Dies sei ein gutes Omen für die formulierte Zielstellung, bis Ende 2017 weitere qualifiziert arbeitende Volkshochschulen zum Beitritt zu der Zielvereinbarung zu ermutigen.

Zur aktuellen Praxis: Erste Schritte wurden bereits bei der Erstellung des Hefts für das neue Jahresprogramm umgesetzt. Aufmerksame Leserinnen und Leser haben dankbar festgestellt, dass über die veränderte Schriftart und Schriftgröße eine bessere Lesbarkeit erreicht wurde. Neu im Programmheft ist eine spezielle Informationsseite. Hier werden besondere Kursmerkmale und auch Beratungsmöglichkeiten für den Besuch von vhs-Kursen erläutert. Einige kenntlich gemachte Kurse zeichnen sich durch die Anwendung „Leichter Sprache“ aus. Gemeinsame Kurse für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen sind in der kvhs bereits erfolgreich gestartet, nachdem sie entsprechend angekündigt wurden.

Inklusion wird als neuer Baustein in das Qualitätsmanagement der vhs Landkreis Gießen aufgenommen. Die Qualifizierung des haupt- und nebenberuflichen Personals stellt einen Schwerpunkt der künftigen Arbeit dar, wie auch die Entwicklung und Erprobung inklusiver Weiterbildungsangebote – sei es in der Gesundheitsbildung, der beruflichen Bildung, der politischen Bildung oder der kulturellen Praxis.

Bildunterschrift:
Stehen hinter der Vereinbarung zum Thema Inklusion und Volkshochschulen mit bundesweitem Modellcharakter (v.l.): Cordula Schlichte, Torsten Denker, Dr. Christoph Köck, Ursula Häuser, Anita Schneider und Dr. Marieanne Ebsen-Lenz. Bild: Landkreis Gießen